Die Geschichte der Tonabnehmer und die Marken, die sie geprägt haben
Seymour Duncan strebte eine Replik von Vintage-Tonabnehmern an
Während Larry DiMaggio als Erster leistungsstarke und benutzerfreundliche Pickups im modernen Stil entwickelte, war es Seymour Duncan, der sich der Entwicklung von Pickups im traditionellen Stil widmete – als Neuauflage des Vintage-Sounds – und damit einen neuen Trend auf dem Markt für Ersatz-Pickups auslöste.
In seiner Studienzeit bastelte er an Plattenspielern herum
Seymour Duncan, der ursprünglich Gitarrist war, liebte seine Telecaster aus dem Jahr 1956.
Da er mit Roy Buchanan befreundet war, hatte er auf dessen Rat hin eine A-Saite für Tenorbanjo auf die erste Saite gespannt.
Um 1965 herum hatte er Gelegenheit, diese Telecaster an jemanden zu verleihen, doch da der Entleiher wohl an dickere Saiten gewöhnt war, hatte sich die erste Saite, als das Instrument zurückkam, in den hinteren Tonabnehmer eingegraben.
Auch nachdem er die Saite abgezogen hatte, kam kein Ton mehr aus dem hinteren Tonabnehmer. Ratlos untersuchte Duncan am nächsten Tag während des Biologieunterrichts in der Highschool den Schaden unter dem Mikroskop (wofür er übrigens von seinem Lehrer gescholten wurde).
Zu Hause angekommen, zerlegte er den Tonabnehmer, um den Schaden im Inneren zu begutachten. Er konsultierte seinen Onkel, der bei einem Chemieunternehmen arbeitete, und erfuhr, dass für den Draht ein AWG 42 mit glattem Lacküberzug verwendet wurde. Duncan besorgte sich den Draht, besaß jedoch keine Vorrichtung zum Wickeln des Tonabnehmers. Also befestigte er einen Holzblock an einem Plattenspieler, setzte eine Spule darauf und begann, den Draht aufzuwickeln.
Anfangs drehte er ihn angeblich mit 33 1/3 Umdrehungen pro Minute, steigerte die Geschwindigkeit aber schließlich auf 78 Umdrehungen. Doch diesmal hielt die Befestigung nicht stand, die Spule flog davon, prallte gegen die Wand und zerbrach.
(Auszug aus der Website)
So kam es, dass Duncan, der eigentlich nur den Draht wickeln wollte, nun eine Spule herstellen musste, und dabei bemerkte er, dass diese aus Vulcan-Faserpapier bestand. Er schnitt eine Ecke aus dem Trommelkoffer eines Freundes, der ebenfalls aus Vulcan-Faserpapier gefertigt war, und verwendete diese als Spule, um den Tonabnehmer herzustellen. Damals soll er ihn mit 45 Umdrehungen pro Minute gefertigt haben. Übrigens soll auch Larry DiMaggio anfangs seinen Tonabnehmer auf einem Plattenspieler gewickelt haben, sodass er zufällig eine ähnliche Methode zum Wickeln des Drahtes anwandte.
Die Erforschung von Vintage-Tonabnehmern und seine Erfahrungen bei Fender
Danach arbeitete Duncan als Reparateur und forschte gleichzeitig an Vintage-Tonabnehmern. In den 1970er Jahren stieß er in einer Zeitschrift auf eine Stellenanzeige von Fender, in der ein Reparateur gesucht wurde.
Und so wurde er ab etwa 1973 im neu gegründeten Fender-Servicezentrum in England für Elektronik, Verkabelung sowie die Anpassung und Reparatur von Gitarren zuständig.
Dort traf Duncan Jeff Beck und baute jene berühmte Gitarre.
Es handelt sich um die sogenannte „Tele-Gib“, bei der an der Vorderseite eine Aussparung für einen Humbucker eingearbeitet, das gesprungene Palisandergriffbrett durch ein Ahorngriffbrett ersetzt und Gibson-Bünde eingesetzt wurden.
(Auszug aus der Website)
Danach arbeitete Duncan mit verschiedenen Künstlern wie Jimmy Page und Eric Clapton zusammen, kehrte dann nach Kalifornien zurück und begann, Aftermarket-Teile für Vintage-Telecaster herzustellen.
(Auszug aus der Website)
Die Gründung von Seymour Duncan
Um 1976 übernahm er für David Schechter Aufträge zum Neuwickeln von Tonabnehmern.
Während er gleichzeitig bei „Jensen Music“ Reparaturarbeiten durchführte, begann er schließlich ernsthaft mit der Arbeit als „Pickup-Wickler“.
Der Anstoß für die Arbeit im Bereich der Neuwicklung lag zwar auch in seiner zuvor erwähnten Reparaturerfahrung bei Jensen, doch der Hauptgrund war offenbar, dass ihm unter den damals erhältlichen Tonabnehmern keiner gefiel.
Im selben Jahr gründete er die Firma Seymour Duncan und begann mit der Herstellung, Reparatur und Verbesserung von Tonabnehmern.
(Auszug aus der Website)
Seymour Duncans unerschütterliche Überzeugung
Duncan war der Ansicht, dass der Klang einer Vintage-Gitarre stark von Faktoren wie Holz, Lackierung und Hardware beeinflusst wird.
Deshalb strebte er bei den von ihm hergestellten Tonabnehmern an, „Replika-Tonabnehmer“ zu schaffen, die nicht nur optisch, sondern auch klanglich den Vintage-Modellen nahekommen, indem er sie aus denselben Materialien und mit demselben Aussehen wie die Vintage-Modelle herstellte.
Hätte es Seymour Duncan nicht gegeben, der den Fokus auf Vintage-Repliken legte, gäbe es heute vielleicht weit weniger Pickups und Teile im Vintage-Stil auf dem Markt.
