Die Geschichte von PU und die Marken, die sie prägen
Ray Butts
Der Mann, der einen weiteren Humbucker namens „Filter Tron“ entwickelte
Wenn man heute von einem gängigen Humbucker-Tonabnehmer spricht, denkt man wohl an die Form von Gibson.Gibson begann 1957 mit dem Einbau von Humbuckern. Etwa zur gleichen Zeit kam der Filter-Tron-Tonabnehmer auf den Markt. Dieser Filter-Tron ist bekannt als „der andere Humbucker“, der in den 1950er Jahren erschien und ebenso wie der Gibson P-490 eine Humbucker-Konstruktion aufweist. Der Mann, der diesen bahnbrechenden Tonabnehmer entwickelte, war Ray Butts.
Ray Butts war, ähnlich wie Seymour Duncan und Bill Lawrence, als Künstler tätig, allerdings war er kein Gitarrist, sondern Akkordeonspieler. Butts hatte eine Karriere als Musiker aufgebaut, doch nach dem Tod seines Vaters beendete er diese und verdiente fortan seinen Lebensunterhalt mit der Reparatur von Haushaltsgeräten. Kurz darauf gründete er „Ray Butts Music“, ein Geschäft für den Verkauf und die Reparatur von Instrumenten und Verstärkern.
Die Entwicklung des Echo Sonic-Verstärkers und die Begegnung mit Chet Atkins
1952 erhielt er von seinem Freund, dem Gitarristen Bill Goldney, den Auftrag: „Les Paul hat bei einem Live-Auftritt mit Echoeffekt gespielt, daher möchte ich einen Verstärker, mit dem sich das realisieren lässt.“ Daraufhin baute Batz einen Prototyp, bei dem er einen Drahtrekorder in einen Gibson-Verstärker einbaute.Da jedoch an den Verbindungsstellen der Drähte Störgeräusche auftraten, entschied man sich nach langem Ausprobieren schließlich für die Verwendung von Tonband.
Der so entstandene Verstärker erhielt den Namen „Echosonic“. Wenn man bedenkt, dass Verstärker mit Hall erst Anfang der 1960er Jahre auf den Markt kamen, war dies eine äußerst frühe Entwicklung. Es wird auch gesagt, dass der Echosonic später als Vorlage für den EchoPlex diente.
1954 traf Batz den legendären Gitarristen Chet Atkins. Atkins war von dem Echo Sonic begeistert und kaufte ihn sofort. Es heißt, er sei bei der Aufnahme zahlreicher Meisterwerke wie „Mr. Sandman“ zum Einsatz gekommen. Dies war die schicksalhafte Begegnung zwischen Ray Batz und Chet Atkins.
Entwicklung des Filter'Tron-Tonabnehmers
1954 brachte Gretsch die 6120 als Signature-Modell von Chet Atkins auf den Markt. Diese 6120 war mit dem von Dualmond entwickelten „Gretsch Dualmond Federatone Pickup“ (später Dynasonic) ausgestattet.
1957 kam die 6122 Country Gentleman auf den Markt. Dieses Modell wurde gemeinsam mit Atkins entwickelt, und der Modellname leitet sich vom Titel eines Songs von Chet Atkins ab. In diesem Modell wurde der von Batz neu entwickelte Filtertron-Tonabnehmer verbaut. Die Entwicklung des Filtertron-Tonabnehmers stand in engem Zusammenhang mit dem zuvor vorgestellten Echo Sonic-Verstärker.
Atkins hatte damals bei der Kombination aus 6120 und Echo Sonic mit Brummgeräuschen zu kämpfen und wandte sich an Batz. So gelangte Batz zufällig zu derselben Lösung wie Gibson: der Brummunterdrückung.
Der so entstandene Tonabnehmer hatte eine Humbucker-Konstruktion und wurde „Filter’Tron“ getauft. Batz verkaufte den Filter’Tron an die Firma Gretsch, und dank der Unterstützung von Atkins wurde er in der 6122 verbaut. Seitdem gab es bei Gretsch immer mehr Modelle, die standardmäßig mit dem Filter’Tron ausgestattet waren, und er entwickelte sich zum repräsentativen Modell unter den Gretsch-Tonabnehmern.
Der Filter’Tron hat zwar wie der Gibson eine Humbucker-Konstruktion, ist jedoch kleiner als der Gibson. Dadurch ist der Abstand zwischen den Polstücken im Vergleich zum Gibson geringer. Außerdem wurden Alnico- und Ferritmagnete verwendet, die etwa doppelt so dick waren wie die von Gibson. Das Ergebnis war ein Tonabnehmer mit einer Klangcharakteristik, die hohe Frequenzen gut wiedergibt und einen prägnanten Klang aufweist.
Wäre der Filter'Tron nicht entwickelt worden, wären auch andere Gretsch-Tonabnehmer wie der Hi-Lo'Tron oder der Super'Tron nie entstanden, und die heutige Stellung der Gretsch-Gitarren wäre eine andere. Vor diesem Hintergrund halte ich Ray Butts' Verdienst für enorm.
