Die Geschichte von PU und die Marken, die sie prägen

Seth Lover

Eine Legende, geboren aus dem Kampf gegen das Brummen
– Die Geschichte des Tonabnehmer-Designers Seth Lover –

In den 1950er Jahren, als die E-Gitarre zur Hauptrolle in der Musikszene aufstieg, hatten Gitarristen ein gemeinsames Problem. Es war das „Brummen“, das mit steigender Lautstärke immer stärker wurde.

Es gab einen Techniker, der diesem unausweichlichen Schicksal ein Ende setzte und damit die Geschichte des Gitarrensounds prägte. Sein Name war Seth Lover.

Dies ist die Geschichte eines Mannes, der bei den beiden Giganten Gibson und Fender tätig war und die Geschichte der Gitarre vorantrieb.

Die Gibson-Ära und die Geburt des „P.A.F.“

Der Kampf gegen das Rauschen

Seth Lover trat 1945 bei Gibson ein, nachdem er sich als Techniker für Radar und Unterwasserortungsgeräte bei der Marine Kenntnisse in Elektrotechnik angeeignet hatte. Zunächst war er für die Entwicklung von Verstärkern und Reparaturen zuständig, doch bald entfaltete sich sein Talent bei der Entwicklung von Tonabnehmern.

Gibson verfügte damals zwar über den hervorragenden Single-Coil-Tonabnehmer „P-90“, doch als immer höhere Lautstärken gefordert wurden, geriet das aufgrund seiner Konstruktion unvermeidliche Brummgeräusch zunehmend in den Fokus.

Tatsächlich nahmen die Beschwerden von Kunden zu, und die Entwicklung eines neuen, rauschfreien Tonabnehmers wurde zu einer dringenden Aufgabe.

Die Verwirklichung einer revolutionären Idee

Seth, der durch verschiedene Versuche und Irrtümer versuchte, das Brummen zu beseitigen, stieß auf das Prinzip des „Humbuckers“, bei dem zwei Spulen verwendet werden, um die gegenseitigen Störgeräusche auszugleichen.

 

Man ordnete zwei Spulen nebeneinander an und wickelte eine davon in umgekehrter Richtung (gegenphasige Anordnung). Dadurch wurden die von außen eindringenden Brummgeräusche aufgehoben.

Allerdings hatte dies den Nachteil, dass sich auch die Signale der Saitenschwingungen gegenseitig aufhoben, wodurch der Klang dünn wurde.

Daher gelang es, durch die Umkehrung der Magnetpole einer der Spulen (Umkehrung von Nord- und Südpol) das Rauschen zu beseitigen, während sich die Signale der Saitenschwingungen addieren, wodurch eine kraftvollere Ausgangsleistung erzielt wurde.

Die Entwicklung dieses bahnbrechenden Tonabnehmers begann um 1955 und wurde in Zusammenarbeit mit Firmenchef Ted McCarty in etwa einem halben Jahr abgeschlossen.

Da das Patent angemeldet war, wurde auf die Rückseite des Tonabnehmers ein Aufkleber mit der Aufschrift „PATENT APPLIED FOR “ (Patent angemeldet), kurz „P.A.F.“, geklebt.

So entstand der P.A.F., der heute als Legende gilt.

Die Gibson Les Paul mit diesem P.A.F.-Tonabnehmer begeisterte mit ihrem warmen, satten Klang zahlreiche Gitarristen und

Blues und Jazz.

Das Vermächtnis von Seth Lover

Seth Lover verließ Fender 1975 im Zuge der Pensionierung bei CBS, doch seine Verdienste haben nichts von ihrer Bedeutung verloren.

Seth Lover schuf bei Gibson den „Urtyp“ des Humbuckers und bei Fender dessen „Weiterentwicklung“. Er erweiterte die Möglichkeiten des Gitarrensounds sprunghaft und inspirierte unzählige Musikrichtungen und Musiker. Es ist keine Übertreibung zu sagen, dass fast alle heute existierenden Humbucker-Tonabnehmer auf dem Fundament stehen, das er gelegt hat.

Da der originale P.A.F. heute auf dem Vintage-Markt als wahrer Schatz gehandelt wird, sollten wir erneut an seine großartigen Leistungen denken. Seth Lover ist einer der wahren Innovatoren, die die Geschichte der Gitarre selbst vorangebracht haben.