Aria ProII Geschichte

Der revolutionäre Klang: Die Aria Pro II "RS" im Detail

1979 schockte Aria Pro II den Markt mit seinem multifunktionalen Modell „TS“ und brachte ohne Verzögerung ein weiteres ambitioniertes Produkt heraus: die Serie „RS (Revolution Sound)“.

Wie der Name schon sagt, war die RS-Serie mit ihrem Konzept der „Klangrevolution“ stark von Alembic beeinflusst, der damals führenden Gitarrenmarke – im Gegensatz zur TS-Serie, die von BC Rich geprägt war. Die Position des Tonabnehmerschalters und die Form der Regler zeugen deutlich von diesem Einfluss. Zusammen mit der TS verkörperte sie Arias Innovationsgeist und die Bereitschaft, die Spitzentechnologie der damaligen Zeit zu etwas ganz Eigenem weiterzuentwickeln.

Die ursprüngliche Innovation des RS: zwei Herzen

Die ursprüngliche Produktpalette bestand aus zwei Modellen: dem „RS-850“ und dem „RS-750“. Obwohl sie auf den ersten Blick ähnlich aussahen, waren ihre Kernkomponenten – die Schaltkreise – völlig unterschiedlich.

  • RS-850: Es verfügte über die aktive Schaltung „RS-CIRCUIT Typ-I“. Ausgestattet mit einem Tiefpassfilter und einem 3-Positionen-Filterschalter für jeden Tonabnehmer, ermöglichte es eine breite Palette präziser Klangformung.
  • RS-750: Es verfügt über die passive Schaltung "RS-CIRCUIT Typ-II". Jeder Tonabnehmer hat einen Phasenschalter (Phasenumkehrschalter), wodurch ein einzigartiger Klang erzeugt wird.

 

 


Das markanteste Merkmal beider Modelle ist der mittig positionierte „Center Slave Pickup“, der aus drei Single-Coil-Tonabnehmern zu bestehen scheint. Dieser spezielle Tonabnehmer gibt kein direktes Signal aus und erfüllte völlig unterschiedliche Funktionen: Beim RS-850 diente er der Brummunterdrückung, während er beim RS-750 einen gemischten/phasenverschobenen Klang erzeugte.

Vom Design her besaß sie die gleiche asymmetrische Sechs-in-Reihe-Kopfplatte wie die TS und einen Korpus mit doppeltem Cutaway, der an eine Stratocaster erinnerte. Außerdem war sie eine der ersten Gitarren mit der „Super Tunable Bridge“ und dem „Quick Hook Tailpiece“, die später auch bei der PE-R zum Einsatz kamen und ihre fortschrittlichen Eigenschaften eindrucksvoll unter Beweis stellten.

 

Das expandierende RS-Universum und die Diversifizierung der Spezifikationen

Im Jahr 1980 wurde die Modellpalette der RS-Serie rasant erweitert.

Das höherwertige Modell RS-1000Z mit der gleichen passiven Schaltung „RS-CIRCUIT Typ-II“ wie das RS-750 und einer Decke aus Zebranoholz wurde vorgestellt. Zusätzlich wurde das preisgünstigere Modell RS-600 mit der neu entwickelten Schaltung „RS-CIRCUIT Typ-III“ eingeführt, die auf den Phasenschalter des Typ-II verzichtet.

Um den aktuellen Bedürfnissen gerecht zu werden, wurde außerdem die „RS-HUMBUCKING“-Serie mit Humbucker-Tonabnehmern auf den Markt gebracht. Die Modelle „RS-750D“ mit DiMarzio Dual Sound und „RS-650H“ mit dem originalen Aria MH-1-Tonabnehmer ergänzten das Angebot und erweiterten so die RS-Welt.

Evolution zu einer neuen Identität: "RS-X"

Im Jahr 1981 wurde der RS einer grundlegenden Modelländerung unterzogen.

Die Kopfplatte wurde auf die gleiche symmetrische 3:3-Form wie beim PE-R geändert. Das Humbucker-Modell verfügt nun über die neue „Xtronic-I“-Schaltung mit Dual-Sound-, Phasen- und Clean/Overbooster-Funktionen. Darüber hinaus wurde die Mensur von 650 mm auf eine mittlere Mensur von 630 mm verkürzt, was neben weiteren wichtigen Verbesserungen der Bespielbarkeit zu einer deutlichen Steigerung der Modellbezeichnung geführt hat.

Auf dem Weg zu einem Produkt mit langer Verkaufsdauer, das über Generationen hinweg geliebt wird.

Die Entwicklung der RS-Serie schritt ungebremst voran. 1983 kehrte man zur charakteristischen Sechs-in-Reihe-Kopfplatte zurück, allerdings mit einem noch schärferen und eleganteren Design als beim ursprünglichen Modell – eine Form, die auch heute noch in den aktuellen RS- und MA-Serien Verwendung findet. Gleichzeitig wurden die Modelle „RS Deluxe-V“ und „RS SPECIAL-V“ mit Spezifikationen, die eher einer traditionellen Stratocaster entsprechen, in die Produktpalette aufgenommen.

Die RS-Serie hat stets die Trends der Zeit erkannt und sich durch mutige Modelländerungen immer wieder neu erfunden. Dieser Forschergeist und diese Flexibilität sind wohl der Hauptgrund dafür, dass die RS sich zu einem langjährigen Verkaufsschlager entwickelt hat, der bis heute erfolgreich ist.

Der Grund dafür, dass Brücke und Bedienelemente auf Spezifikationen angepasst wurden, die denen einer Gibson Les Paul ähnelten, dürfte in der damaligen Verbreitung von im Inland hergestellten Les Paul-Kopien sowie in der Tatsache liegen, dass Gibson selbst sich intensiv mit Vintage-Neuauflagen beschäftigte.

Autor dieses Artikels:Nihei (TC Instruments, E-Gitarre und andere)

Ich lernte das Gitarrespielen durch den Manga „BECK“ in der Mittelschule kennen und wurde von den Red Hot Chili Peppers und Nirvana beeinflusst, was meine Leidenschaft für Rockmusik weckte.
Er absolvierte eine Berufsschule mit Schwerpunkt Gitarrenbau. Er sammelte Erfahrung in der Akustikgitarrenabteilung und der Premium-Gitarrenlounge von TC Gakki. Aktuell ist er für die E-Gitarren zuständig und teilt seine Leidenschaft für das Instrument aktiv durch Kolumnen, YouTube-Auftritte und andere Medien.

Qualifikationen und Erfahrung: 8 Jahre Erfahrung als Musikinstrumentensachverständiger

▶︎Hier klicken für den Artikel
Die großen Persönlichkeiten, die die Marke unterstützten – Ted McCarty
Die Geschichte der Gibson Les Paul Custom von 1956
YAMAHA SG Limited Edition
Die Gefühle, die KAWAI Moon Sault anvertraut wurden
Die Geschichte von Pickup und die Lebenswege seiner großen Persönlichkeiten
Warum wurde die PE-Linie von Aria Pro II erstellt?
Die Geschichte der Ibanez AR (The ARTIST SERIES)
BCRich ist eine Marke, die mit vorgefassten Meinungen über Gitarren mit ungewöhnlichen Formen aufräumt.

Wenn Ihnen dieser Artikel geholfen hat, zeigen Sie bitte Ihre Unterstützung!