第六弾!理想のサウンドはこうして見つける! - TC楽器 - TCGAKKI


Foto: Kumi Noro

Tsuneo Akima ist sowohl als Künstler als auch als äußerst zuverlässiger Verstärkertechniker tätig und steht unserem Geschäft seit langem zur Seite. Er ist unter anderem bei der legendären Band „Marchosias Vamp“, bei „AKIMA & NEOS“ und derzeit bei „Rama Amoeba“ aktiv. Gleichzeitig kümmert er sich als Verstärkertechniker um Wartung, Modifikationen und den Bau von Originalverstärkern.Er ist ein zuverlässiger Verstärker-Meister, der Verstärker sowohl aus der Perspektive eines professionellen Ingenieurs als auch aus der eines Künstlers abstimmt.


Foto: Kumi Noro

Auch ich, der ich normalerweise die Wünsche verschiedener Kunden erfülle, habe durch dieses Gespräch wieder viel dazugelernt. Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, um mich zu bedanken. Ich hoffe, dass dieses Projekt allen helfen wird, die auf der Suche nach dem „idealen Sound“ sind. Lasst uns also gemeinsam lernen!

„Damals habe ich auch an einer Art Gemeinschaftsentwicklung mit Paul Rivera gearbeitet.“

– Ich freue mich auf die Zusammenarbeit heute!!

Akima: Ich freue mich ebenfalls auf das Gespräch.

– Herr Akima, Sie stellen derzeit Ihre eigenen Original-Verstärker her, aber wie kam es überhaupt dazu, dass Sie sich für das Innenleben (die Schaltkreise) von Verstärkern zu interessieren begannen?

Akima: Ich glaube, das gilt nicht nur für Verstärker, aber als ich mir damals meine erste E-Gitarre gekauft habe … das war noch in der Mittelstufe … da stehen doch auf E-Gitarren „Volume“ und „Tone“, oder? Und E-Gitarren haben ja diese Buchsen, nicht wahr? Ich dachte, wenn ich dort meine Kopfhörer einstecke, kommt Ton raus (lacht). Ich habe mir also eine E-Gitarre gekauft, aber als ich die Kopfhörer einsteckte, kam überhaupt kein Ton… Ich war total fassungslos (lacht). Das war ein ziemlicher Schock. Da wurde mir klar, wie unwissend ich war. Das war der Anfang. Außerdem war ich schon in der Mittelstufe ein Fan von Audiogeräten. Ich war ein echter Audio-Freak. Ich glaube, das hat auch dazu beigetragen, dass ich mich dafür zu interessieren begann.

―Hast du schon damals angefangen, Verstärker zu öffnen?

Akima: Am Anfang habe ich zum Beispiel Kabel repariert, wenn sie gerissen waren, oder mir das Innenleben von Effektpedalen angesehen… Ich glaube, das Umbauen von Gitarren kam noch vor dem mit den Verstärkern? Ich habe zum Beispiel die Tonabnehmer ausgetauscht, mal gegen Single-Coils, mal gegen Humbucker. Und dann, als ich in der Oberschule war, kamen gerade Musikmagazine wie „Rockin’ F“ auf den Markt.Das war 1976, also als ich in der ersten Klasse der Oberschule war, glaube ich? Da standen Artikel über den Bau von Effektgeräten drin und Anleitungen, wie man sie baut. Also habe ich dann tatsächlich angefangen, Effektgeräte zu bauen. Dass ich eine Oberschule mit Schwerpunkt Elektronik besucht habe, hat da sicher auch eine Rolle gespielt.

―Wann haben Sie eigentlich ernsthaft mit dem Bau, der Wartung und dem Umbau von Verstärkern angefangen?

Akima: Schon als Student habe ich meine eigenen Verstärker gebaut. Das war zwar eher amateurhaft, aber ich habe auch meine eigenen Verstärker umgebaut. Danach habe ich mein Studium abgeschlossen und bei „Kanda Shokai“ angefangen … Damals habe ich mich am intensivsten damit beschäftigt. Mit Effekten von Musicman und Maxon und auch mit Shure-Mikrofonen. Ich habe fast ausschließlich die Wartung dieser Geräte übernommen.Außerdem habe ich damals so etwas wie eine gemeinsame Entwicklung mit Paul Rivera (ehemaliger Verstärkerentwickler bei Fender, der später seine eigene Marke RIVERA gründete) betrieben. Wir haben Ideen ausgetauscht und sie gemeinsam umgesetzt – das war wirklich interessant.

– Paul Rivera, ja? Das ist ja toll. Wie war er so?

Akima: Er war ein total netter Typ (lacht).

„Alle sagen dasselbe. Letztendlich spielt das Genre keine Rolle.“

―Sie bringen auch eigene Verstärker auf den Markt. Wie kam es dazu?

Akima: Was die eigenen Verstärker angeht, haben wir nicht einfach gesagt: „Okay, los geht’s!!“, also weiß ich nicht genau, wann es angefangen hat. Am Anfang waren es eher Anfragen von Bekannten. Durch Empfehlungen von Bekannten kamen dann auch Anfragen von Leuten, die ich gar nicht kannte, und so ist es bis heute geblieben.Der Markenname „Akim & Neos“ stammt von dem Namen meiner damaligen Band. Für mich ist das Erzeugen neuer Sounds mit Verstärkern dasselbe wie das Komponieren von Songs, deshalb habe ich den Markennamen dem Bandnamen angepasst. Da aus der Band mittlerweile „Rama Ameba“ geworden ist, bleibt „Akim & Neos“ nun als Verstärkermarke bestehen.

―Ich nehme an, Sie erhalten Aufträge von den unterschiedlichsten Kunden. Gibt es da bestimmte Bedürfnisse oder Tendenzen?

Akima: Ach, das ist so eine Sache. Alle sagen eigentlich dasselbe. Letztendlich spielt das Genre keine Rolle. Was Gitarristen von einem Verstärker erwarten, ist also fast immer dasselbe. Was den Klangcharakter angeht … also die Klangtextur, wollen eigentlich alle, dass der Sound „durchkommt“, so ein Gefühl. Da spielt es keine Rolle, ob es Jazz oder Heavy Metal ist. Wenn ich mit verschiedenen Leuten zusammen spiele und mich mit ihnen unterhalte, ist das Gefühl immer dasselbe. Ich glaube, der Unterschied zwischen den Genres liegt eher in den unterschiedlichen Gitarren, oder? Jazzmusiker haben zum Beispiel eher kastenförmige Modelle, während Heavy-Metal-Musiker solche mit einem Arm und spitz zulaufendem Korpus bevorzugen (lacht). Auch die Art der Tonabnehmer ist unterschiedlich, oder? Ich glaube also, dass das Genre nicht vom Verstärker, sondern vom Geschmack der Gitarre abhängt. Was die Unterschiede zwischen den Genres in Bezug auf die Anforderungen an den Verstärker angeht, so ist es der Grad des Crunchs. Der Grad des Crunchs ändert sich lediglich je nach Musikstil. Aber was die Klangtextur angeht, waren sich alle einig. Das fand ich wirklich sehr interessant.

Außerdem gibt es auch den Bedarf an Sounds mit Mitten.Selbst Leute, die meinen, ein schriller Sound ohne Mitten sei okay, kommen zu mir und klagen, dass ihr Sound im Ensemble nicht nach vorne kommt. Sie bringen CDs von ausländischen Künstlern mit, von denen sie sagen: „So einen Sound möchte ich“, aber wenn ich sie mir anhöre, sind sie überraschenderweise gar nicht so schrill. Es klingt zwar schrill, aber eigentlich sind da ziemlich viele Mitten drin. Wenn ich das dann einstelle und über den Verstärker abspiele, sagen sie oft: „Ah, genau das!“ (lacht).

―Das ist interessant. Die gewünschte Klangtextur oder der Ton ist derselbe, der Unterschied liegt im Grad der Verzerrung...

Akima: Außerdem gibt es da noch diese feinen Unterschiede zwischen dem amerikanischen und dem britischen Stil … Vielleicht ist es einfach die Klangtextur. Man könnte es als Unterschied bei den Verstärkern bezeichnen, aber vielleicht liegt es eher an den Lautsprechern. Amerikaner bevorzugen eher Jensen-Typen, Briten eher Celestion-Typen. Die Briten mögen einen sauberen Klang, während die Amerikaner eher einen etwas wilden Eindruck hinterlassen.

„Es gibt doch diese alten Fender-Modelle aus der Tweed-Ära. Die unterscheiden sich gar nicht so sehr von Marshall.“

– Herr Akima, Sie haben sicher schon viele verschiedene Verstärker gesehen. Welcher Verstärker hat Sie besonders beeindruckt?

Akima: Es gibt doch den Marshall Bluesbreaker Combo, oder? Der hat zwei 12-Zoll-Lautsprecher. Was ich gesehen habe, war ein (Vintage-)Modell mit vier 10-Zoll-Lautsprechern in Rautenanordnung. Ich glaube, das ist ziemlich selten, aber dieser Bluesbreaker klang wirklich großartig. Da die Schaltung des Verstärkerkopfs wahrscheinlich identisch ist, liegt der Unterschied wohl darin, wie sich der Klang von zwei 12-Zoll- und vier 10-Zoll-Lautsprechern anhört.Wenn man es mit Fender vergleicht, ist es so ähnlich wie der Unterschied zwischen dem Pro Reverb und dem Super Reverb. Deshalb finde ich, dass vier 10-Zoll-Lautsprecher einfach die Lautsprechergröße ist, die am besten zur Gitarre passt.Bei zwei Lautsprechern fehlt mir einfach etwas. Umgekehrt sind Cabins mit vier 12-Zoll-Lautsprechern heutzutage doch die Regel, oder? Egal ob Marshall oder was auch immer. Ich habe da irgendwie das Gefühl, dass die Bässe zu stark sind. Ich glaube, die sind eher auf HR/HM ausgelegt.

– Da wir gerade über Vintage-Modelle sprechen: Könntest du uns etwas über die Eigenschaften von Vintage-Marshall, Fender, VOX und Hiwatt erzählen? Natürlich gibt es bei genauer Betrachtung der einzelnen Modelle viele Unterschiede, aber was sind deiner Meinung nach die wichtigsten Merkmale?

Akima: Da gibt es zum Beispiel die alten Fender-Modelle aus der Tweed-Ära. Die unterscheiden sich gar nicht so sehr von Marshall. Marshall hat sie zwar auf Basis des Fender Bassman entwickelt, aber sie sind fast identisch. Es gibt nur ganz wenige Unterschiede. Und Marshall hält stur an diesem Design fest. Fender hat nach kleinen Änderungen wie dem White-Tolex-Gehäuse schließlich das Blackface etabliert, denke ich.Natürlich sind die Marshall-Modelle wie der JCM900 oder der 2000 viel zu modern und unterscheiden sich stark davon. Ich spreche hier ausschließlich von den Modellen bis 1959 und solchen mit vier Eingängen. Und bei VOX ist es wieder etwas anders.VOX scheint einen ganz eigenen Weg zu gehen. Das Besondere an VOX ist, dass sie die kleine Endstufenröhre EL84 verwenden. Die kann zwar keine großen Signale und keine hohe Leistung liefern … um es bildlich auszudrücken: Wenn die anderen wie Lastwagen sind, dann ist VOX so etwas wie ein Kleintransporter. Aber es gibt einen Klang, den man nur so hinbekommt – er ist unglaublich fein und enthält viele Obertöne.Um es mit einer Akustikgitarre zu vergleichen: Der Klang ist sehr voll, oder besser gesagt, reich an Obertönen. Und dabei ist er trotzdem weich. Wie zum Beispiel beim AC30. Bei Hiwatt ist es wieder etwas anders. Der unterscheidet sich total von einem Marshall. Er hat einen sehr charakteristischen Klang im unteren Mittenbereich.

„Amerikanische Modelle haben eben diese typischen amerikanischen Eigenschaften, die man sich so vorstellt. Sie klingen lebhaft und hell (lacht).“

– Da wir gerade von Röhren sprechen: Könntest du uns etwas über die Unterschiede zwischen europäischen und amerikanischen Röhren erklären, also je nach Herkunftsland?

Akima: Heutzutage sind die Röhren, die früher in Europa oder den USA hergestellt wurden, fast nicht mehr zu bekommen. Die aus Russland, der Slowakei, China und solchen Ländern sind schwer zu unterscheiden. Aber wenn man von alten Röhren spricht, dann sind da natürlich die amerikanischen 6L6-Röhren. Das gilt übrigens nicht nur für Röhren, sondern für alle Bauteile. Produkte aus den USA haben eben diese typischen amerikanischen Eigenschaften, die man sich vorstellt. Sie klingen lebhaft und hell (lacht).Die europäischen klingen dagegen eher dunkel und voll. Da spielen auch die typischen Merkmale der Hersteller und das Image des jeweiligen Landes eine Rolle. Man hat das Gefühl, dass sich das sehr deutlich widerspiegelt. Deutsche Produkte wirken eher geradlinig. Was Japan angeht: Die Verarbeitung ist zwar hervorragend, aber sie sind farblos (lacht). Es fehlt ihnen an Charakter (lacht). Es ist interessant, sich das alles einmal genauer anzuschauen.

Auch bei Kondensatoren zeigt sich diese Tendenz bei jedem einzelnen Bauteil. Leute, die selbst bauen oder Modifikationen vornehmen, halten Sprague-Kondensatoren oder Orange Drop für gut und bauen sie oft in ihre Verstärker ein, oder? Aber auch wenn die vielleicht zu amerikanischen Röhren passen, finde ich es seltsam, sie in einen europäischen Verstärker einzubauen. Deshalb glaube ich, dass es auch bei allgemein als gut geltenden Röhren und Kondensatoren eine Frage der Kompatibilität mit dem Verstärker selbst ist.

―Die Lautsprecher und Gehäuse, die Sie zu Beginn des Gesprächs angesprochen haben, halte ich auch für wichtig. Aber es gibt sicher Fälle, in denen man die Lautsprecher austauschen muss. Könnten Sie uns verraten, worauf Sie beim Austausch besonders achten?

Akima: Selbst wenn der Verstärker in gutem Zustand ist, hat der Lautsprecher einen großen Einfluss auf den Klangcharakter, wenn man einen unpassenden einsetzt. Selbst bei einem Marshall kommt es vor, dass der Verstärker je nach Lautsprecher seine Vorzüge überhaupt nicht entfalten kann.Ich bin der Meinung, dass man unbedingt Lautsprecher verwenden muss, die zum Verstärker passen. Bei Modellen wie dem JCM2000, 900 oder 800 zum Beispiel klingt es schon ganz anders, wenn man sie einfach gegen Greenbacks oder Vintage 30 austauscht. Selbst bei gleicher Verstärkung ist die Feinheit der Verzerrung völlig anders, und auch die Weichheit des Klangs unterscheidet sich.Ein Bekannter von mir meinte mal: „Der Marshall JCM2000 in dem Live-Club dort klingt unglaublich gut“, aber wenn man sich das dann vor Ort ansieht, ist es oft ein ganz gewöhnlicher Verstärker. Wenn man aber genauer hinschaut, stellt sich heraus, dass es sich um eine 1960V-Box oder einen Vintage 30-Lautsprecher handelt. Das sieht man auf den ersten Blick doch gar nicht. Wenn alle sagen: „Dieser Verstärker ist der Hammer“, liegt das in Wirklichkeit oft nur am Unterschied bei den Lautsprechern unten und nicht am Verstärker selbst.Ich finde, man sollte Lautsprecher auf keinen Fall vernachlässigen, sondern sich da schon etwas Mühe geben. Wenn man fragt, ob die Originalausstattung gut ist, ist das manchmal gar nicht der Fall. Es gibt jede Menge Lautsprecher, die das Potenzial des Verstärkers besser zur Geltung bringen. Bei Gitarren tauscht man ja auch die Tonabnehmer aus, oder? Früher waren Lautsprecher sehr teuer, aber mittlerweile sind sie recht erschwinglich geworden. Es ist zwar etwas mühsam, weil die Teile ziemlich groß sind, aber ich finde, es lohnt sich, sie auszutauschen.

„Da die Lötstellen der Bauteile eine große Fläche bedecken, ist Handverdrahtung in dieser Hinsicht deutlich überlegen.“

– Als Nächstes möchte ich mit Ihnen über das Stichwort „Handarbeit“ sprechen. Auch Ihr Verstärker, Herr Akima, ist handgefertigt, und auch die sogenannten Vintage-Verstärker sind handgefertigt, nicht wahr? Natürlich gibt es auch viele gute Serienmodelle, aber was denken Sie über die Vorzüge oder den Reiz von Handarbeit?

Akima: Es ist natürlich einfacher, sie auf einer Leiterplatte zu fertigen, und wenn man davon ausgeht, dass die gleichen Bauteile verbaut sind, scheint es theoretisch keinen großen Unterschied zu geben. Aber bei einer Leiterplatte befindet sich diese kupferfolienartige Schicht auf der Platine, über die der Strom fließt, nicht wahr? Und darauf werden dann die Bauteile gelötet …Meiner Meinung nach ist diese Kupferfolie extrem dünn, und wenn man die Verbindung von Bauteil zu Bauteil (Punkt zu Punkt) herstellt, wird die Verdrahtung sehr dick. Ich denke, darin liegt der große Unterschied. Natürlich verändert sich der Klang auch durch das verwendete Verdrahtungsmaterial.

Auch wenn man von „Elektronik“ spricht, habe ich irgendwie das Bild von Wasserleitungen im Kopf. Der Klang einer Gitarre wird ja in elektrische Signale, also Spannung, umgewandelt. Wenn der Anschlag mit voller Wucht „klack“ einsetzt, braucht der Verstärker (vom Transformator bzw. der Stromversorgung) in dem Moment, in dem der Strom schlagartig fließt, eine große Menge. Wenn dann nicht sofort „bumm“ Strom fließt, lässt sich der Anschlag nicht darstellen. Dadurch verändert sich der gesamte Klang.Das gibt es doch auch bei Synthesizern, Attack und Release. Da es um solche Lautstärkeschwankungen geht, muss der Strom richtig fließen, wenn man diesen Anschlag will. Ich denke, je dicker die Wasserleitung ist, desto kräftiger kommt der Anschlag, wenn man ihn will.Und noch eine Kleinigkeit: die Haltbarkeit. Wenn man einen Verstärker-Head oder eine Box ständig laufen lässt, entstehen doch ständig feine Vibrationen, oder? Da die Fläche, auf der die Bauteile auf die Leiterplatte gelötet sind, groß ist, ist Handverdrahtung in dieser Hinsicht deutlich robuster.

 

―Das stimmt, Vintage-Verstärker und so, die schon Jahrzehnte alt sind, funktionieren immer noch einwandfrei, und manchmal bin ich in solchen Momenten einfach nur beeindruckt.

Akima: Zum Beispiel Vintage-Geräte aus den 60er Jahren … Wenn man von den 60ern spricht, denkt man im Allgemeinen doch an sogenannte Antiquitäten, oder? Dass diese Geräte noch aktiv im Einsatz sind, gibt es eigentlich nur in der Musikinstrumentenbranche. Alle benutzen ganz selbstverständlich Geräte aus den 60ern. Damals hatten Fernseher noch Röhren, und es war gerade die Zeit, als die ersten Farbfernseher auf den Markt kamen. Wenn man das bedenkt, wäre es eigentlich unheimlich, und man würde normalerweise denken, dass man so etwas Altes nicht mehr benutzen kann.Aber wenn man sich das Innere eines Verstärkers genau ansieht, zum Beispiel bei einem Verstärker, der letztes Jahr auf den Markt kam … abgesehen von handverdrahteten Modellen … dann vertraue ich diesen aus den 60er Jahren viel mehr. Ich glaube, wenn man ein Gerät aus den 60ern erst einmal in einen guten Zustand gebracht hat, ist es absolut zuverlässig. Es ist eigentlich gar nicht so beängstigend, denn man kann fast alles reparieren, und bei einem Röhrenverstärker hat man nach einer einmaligen Wartung überhaupt keine Angst mehr.Bei den Geräten mit Leiterplatten, die heute verkauft werden, werden viele Spezialbauteile verwendet, um die Herstellungskosten zu senken. Das ist genau wie bei normalen Haushaltsgeräten. Nach sieben oder acht Jahren gibt es keine Garantie mehr auf die Bauteile. Ohne diese Bauteile lassen sich Defekte oft nicht mehr beheben. Wenn man also fragt, ob die heute verkauften Geräte in 30 Jahren noch im Einsatz sein werden, ist das schon fraglich. Im Gegensatz dazu glaube ich, dass Geräte aus den 60er Jahren wahrscheinlich erhalten bleiben. Weil man sie ewig reparieren kann.

„Ich halte Vakuumröhren für äußerst klangvolle Bauteile.“

– Während sich Bassverstärker in den letzten Jahren stark modernisiert haben, sind bei Gitarrenverstärkern (auch wenn die Auswahl größer geworden ist) seit jeher Röhrenverstärker der Mainstream. Was glauben Sie, Herr Akima, was die Menschen an Röhrenverstärkern so fasziniert?

Akima: Nehmen wir zum Beispiel die Akustikgitarre: Da schwingt nicht nur der Klang der Saiten mit, sondern auch der Korpus und verschiedene andere Teile, sodass sich auf den Grundton jede Menge Obertöne legen und ein angenehmes Klangbild entsteht. Das gilt zwar für akustische Instrumente im Allgemeinen, aber bei der E-Gitarre sind im Ausgangssignal, das aus der Buchse kommt, so gut wie keine Obertöne zu hören.Es ist zwar selbstverständlich, aber der Klang und der Charakter der Obertöne bei einer E-Gitarre werden zu einem großen Teil vom Verstärker erzeugt. Erst durch diese Obertöne entsteht das Gefühl: „Ah, das klingt cool.“ Deshalb sind E-Gitarre und Röhrenverstärker wie zwei Hälften eines Ganzen. Ich glaube, erst durch diesen Röhrenverstärker kommt das Besondere einer E-Gitarre richtig zur Geltung.

Wenn man den Klang verzerrt, geht es im Grunde darum, die Obertöne zu verstärken. Es geht um die Klanggestaltung. Wenn man dabei vom Clean-Sound zum Crunch übergeht … sind es auch die Röhren, die diesen angenehmen Klang der Obertöne erzeugen. Clean – Crunch – Hard Distortion: Nur Röhren können diesen Übergang wirklich sanft und präzise wiedergeben. Transistoren verzerren ab einem bestimmten Punkt einfach „knackig“.Selbst wenn man die Lautstärke der Gitarre herunterdreht, bleibt die Verzerrung bestehen … Es fühlt sich an, als wäre der verzerrte Klang leise überlagert. Deshalb glaube ich, dass mich wirklich nur Röhren voll und ganz zufriedenstellen. Diese Obertöne. Es gibt verschiedene Arten von Obertönen, wie gerade oder ungerade Obertöne, und ich finde, dass Röhren eine gute Balance zwischen einem angenehmen Klang und einer gewissen Wildheit finden.Ich halte sie für ein unglaublich akustisches Bauteil. Das hat sich zwar weiterentwickelt und ist nun in Form von Transistoren und ICs vorhanden… Auf der elektronischen Ebene mag der Ersatz reibungslos funktionieren… Aber musikalisch gesehen ist das überhaupt keine Weiterentwicklung. Es ist zwar nicht falsch, die Technik akustisch voranzutreiben, aber ich glaube, im Moment ist das Ergebnis nicht besser. Es ist einfach nur praktischer geworden.

– Herr Akima, Sie haben sicher schon viele verschiedene Sounds gehört. Gibt es einen Sound, von dem Sie sagen: „Der war cool!!“, den Sie uns empfehlen können? Zum Beispiel von T. Rex, bei denen Sie sich gut auskennen

Akima: Hm, wenn ich über T. Rex rede, geht das schnell in eine sehr fachspezifische Richtung… (lacht). Aber was den Sound des mittleren Tonabnehmers einer Stratocaster angeht, dann ist es der Sound von Herrn Utsumi bei Carols letztem Live-Auftritt im Yon-On!! Das ist mein Favorit.Mann, der ist echt mega cool!! Auch wenn ich ihn mir heute anhöre, ist er immer noch total cool. Der Verstärker war ein Ampeg V4. Der ist echt super!! Der Sound ist total ausgereift, obwohl er gar nicht so verzerrt ist.

– Nun zur letzten Frage: Was bedeutet ein Verstärker für dich, Akima?

Akima: Naja, für mich ist er eigentlich wichtiger als die Gitarre selbst. Auch wenn ich Songs schreibe oder in einer Band spiele, habe ich zwar eine Botschaft, die ich vermitteln möchte, aber das ist nicht der Ort, an dem ich sie zum Ausdruck bringe.Der Sound der E-Gitarre ist einfach cool, und ich schreibe Songs, um ihn zum Klingen zu bringen. So ist das bei mir (lacht). Deshalb ist der Verstärker für mich nicht nur ein Werkzeug, das den Sound der E-Gitarre wiedergibt. Er hat eine ziemlich große Bedeutung, und ich schreibe Songs und spiele in der Band, weil es den Verstärker gibt… Das ist ja eigentlich das Gegenteil von dem, was man normalerweise erwartet (lacht).

―Vielen Dank für die vielen seltenen Einblicke heute.

Akima: Ich danke Ihnen ebenfalls.

Foto: Kumi Noro

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