100 Jahre Back-Mundstücke – anhand von Prägungen entschlüsselt

Ein neuer Blick auf Vintage-Mundstücke

Einleitung | Haben Sie diese Gravuren bisher übersehen?

Im Jahr 1918 gab es einen Hersteller, der mit der Herstellung eines einzigen Mundstücks begann.

Das ist Vincent Back.

Auch nach über 100 Jahren lebt seine Designphilosophie als „Maßstab“ weiter und prägt den Klang der Trompete. Es ist keine Übertreibung zu sagen, dass er nicht nur ein traditionsreiches Unternehmen ist, sondern „den Klangstandard geschaffen hat“.

Bei diesem Bach gibt es jedoch tatsächlich einen interessanten Punkt.

Es geht um die Unterschiede bei den Stempeln.

Auch wenn der Name „Bach“ derselbe ist, unterscheiden sich die Gravuren je nach Epoche geringfügig. Und genau diese Unterschiede geben einen Hinweis darauf, „wann das jeweilige Instrument hergestellt wurde“.

Warum ist es wichtig, die Gravur zu kennen?

Bei der Trompete selbst lässt sich das Herstellungsjahr anhand der Seriennummer bestimmen, doch bei Mundstücken gibt es keine solche Nummer.

Das heißt, man kann sich nur auf diese Gravur verlassen.

„Ich verstehe nichts von Vintage-Instrumenten“

Viele scheuen sich vielleicht aus diesem Grund davor.

Tatsächlich können sich je nach Baujahr die Herstellungsmerkmale sowie der Klang und das Spielgefühl ändern.
Sie sollten sich zwar unbedingt selbst ein Bild davon machen, wie ein Mundstück aus einer bestimmten Epoche klingt, doch ohne Grundkenntnisse ist ein Vergleich kaum möglich.

In diesem Artikel verfolgen wir zunächst die Geschichte anhand der unterschiedlichen Prägungen und erklären auf leicht verständliche Weise, wie Sie herausfinden können, aus welcher Epoche das Mundstück stammt, das Sie gerade besitzen (oder das Sie interessiert).

Zunächst einmal: Die Back-Fabriken und die zeitliche Einteilung

Unverzichtbar für die Betrachtung von Vintage-Bach-Mundstücken sind die folgenden Ortsnamen.
・Bronx
・New York
・Mount Vernon
・Elkhart
Diese Orte bezeichnen allesamt Standorte, an denen sich zu jener Zeit Fabriken befanden.

Der Ablauf war folgender:

Bronx → Mount Vernon → Elkhart

In Japan wird die Bronx-Phase oft als „New York“ und die Mount Vernon-Phase einfach als „Mount Vernon“ bezeichnet, doch die Bezeichnung „New York Back“ ist eigentlich etwas ungenau.

Da die Ortsnamen Mount Vernon und Bronx Teil des großen Gebiets „New York State“ sind, wäre es vielleicht genauer, von der „New York-Bronx-Periode“ und der „New York-Mount-Vernon-Periode“ zu sprechen.

Betrachten wir die Unterschiede bei den Prägungen

Schauen wir uns nun die tatsächlichen Unterschiede bei den Prägungen an. Auf den ersten Blick sehen die Logos gleich aus, doch bei genauer Betrachtung gibt es deutliche Unterschiede.
Genau diese Unterschiede spiegeln die unterschiedlichen Epochen wider.

1920er Jahre | Frühe Bronx-Phase

In kleiner serifenloser Schrift steht

„VINCENT BACH CORP., NEW YORK“

oder

„V BACH CORP. NEW YORK“ eingestanzt.

Es wird angenommen, dass die Abkürzung „VINCENT“ auf Platzbeschränkungen zurückzuführen ist.

Mitte der 1920er bis Mitte der 1940er Jahre | Mittlere Bronx-Periode

Charakteristisch für diese Zeit ist die Serifenschrift. Es handelt sich um eine klassische Schriftart mit „schuppenartigen“ Verzierungen an den Buchstabenrändern.

Besonders auffällig ist das „O“ in „CORP“.

Bei vielen Exemplaren fehlt dieser Teil.

Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Stempelform trotz Beschädigung weiterverwendet wurde; es handelt sich also nicht um einen einfachen Fehler, sondern um einen wichtigen Hinweis zur Datierung dieser Epoche.

Mitte der 1940er Jahre bis 1953 | Späte Bronx-Phase

Es kehrt wieder zur serifenlosen Schrift zurück, doch die Prägung ist etwas größer.

Die Grundbeschriftung ist dieselbe wie in der mittleren Phase

„VINCENT BACH CORP., NEW YORK“

Anhand der Veränderungen im Schriftbild lässt sich der Übergang zwischen den Epochen erkennen.

1953–1964 | Mount-Vernon-Phase

Die Prägung lautet

„VINCENT BACH CORP. MT. VERNON N.Y“

Um 1960 wurden die Punkte weggelassen,

und änderte sich zu „VINCENT BACH CORP MT VERNON NY“.

Es handelt sich zwar um einen kleinen Unterschied, aber er ist für die Unterscheidung wichtig.

1965–1969 | Frühe Elkheart-Phase

Diese Periode wird auch als „ohne Punkte“ bezeichnet

und die Prägung lautet schlicht „VINCENT BACH CORP“.

Dies ist ein typisches Merkmal der Übergangsphase unmittelbar nach dem Werksumzug.

1970er Jahre | Deep-Periode

Eine Ausführung, bei der hinter „CORP“ ein tiefer Punkt eingefügt ist.

Dies ist die sogenannte „Deep-Period“-Phase.

 

1980–1993 | Near-Periode

Der Punkt wurde flacher, weshalb diese Phase als „Near Period“ bezeichnet wird. Da viele Exemplare im Umlauf sind, ist diese Generation relativ häufig anzutreffen.

1994–1996 | No-Corp-Phase

Es gibt Exemplare, die nur in diesen drei Jahren mit der Prägung „VINCENT BACH“ versehen wurden. Auch in späteren Jahren tauchte eine ähnliche Beschriftung auf, doch die Prägung dieser Zeit ist tiefer und die Form der Ziffern weist charakteristische Merkmale auf.

1997–2003 | Large Letter

Die Schrift wurde größer und wird als „Large Letter“-Spezifikation bezeichnet.
Dies ist eine auch optisch leicht erkennbare Veränderung.

2003– | Nach der „Large Letter“-Phase

Seitdem gab es zwar geringfügige Änderungen, doch die Schrift wurde auf die derzeitige kleine Schriftart vereinheitlicht.

Der wahre Wert von Vintage

Vintage-Instrumente sind nicht einfach nur „alte Werkzeuge“, sondern Objekte, die die Atmosphäre ihrer Zeit in die Gegenwart transportieren. Und die Gravuren erzählen still von der Geschichte, die das Instrument durchlaufen hat.

・Da ich ein Instrument aus einer früheren Epoche verwende, möchte ich ein Mundstück aus derselben Zeit nutzen
・Ich suche nach einem Mundstück, weil ich den Klang dieser Epoche mag
・Mein Vorbild verwendet ein Vintage-Mundstück
Die Gründe für die Suche nach Vintage-Instrumenten sind so vielfältig wie die Menschen selbst.

Eines ist jedoch sicher: Alle suchen nach „etwas, das man mit einem neuen Mundstück nicht bekommen kann“.

Wenn Sie das nächste Mal ein Mundstück in die Hand nehmen, werfen Sie doch bitte auch einen Blick auf die Gravur. Dadurch wird sich Ihnen eine noch tiefere Welt eröffnen.

Autor dieses Artikels: Nakamura

Kurzbiografie: Absolvent der

Ein Wort:
In unserem Geschäft führen wir ständig über 300 gebrauchte Trompetenmundstücke. Wenn dieser Artikel Ihr Interesse an Vintage-Mundstücken geweckt hat, kommen Sie doch gerne bei mir vorbei. Es macht nichts, wenn Sie noch keine Ahnung haben. Ich würde mich sehr freuen, Ihnen dabei helfen zu können, das für Sie beste Mundstück zu finden!

Qualifikationen und Erfahrung:
Für meinen Beruf gibt es keine Qualifikationen… ・Ich bin auf die Reparatur von Blechblasinstrumenten spezialisiert ・Ich kann verschiedene Fragen zu Instrumenten beantworten ・Ich kenne mich gut mit Instrumentenkoffern und Mundstücken aus

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