Dieses Instrument trägt zwar die Halsdatumsangabe '65, weist jedoch zunächst einmal die äußerst seltene Spezifikation eines Small-Head-Halses mit Ahorn-Einlage auf. Eigentlich war die Ahorn-Einlage erst ab 1967 als Option erhältlich; doch da dieses Exemplar zusätzlich zu dieser Ahorn-Einlage auch die ab 1966 verwendeten Patentnummern auf dem Kopf und schwarze Tonabnehmer-Spulen aufweist, handelt es sich vermutlich um ein Exemplar, das trotz der zeitlichen Verzögerung unregelmäßig in die Produktion aufgenommen wurde.
Das Jahr 1965 war geprägt von einer großen Umwälzung, nämlich der Übernahme von Fender durch CBS, was sich auch deutlich in den nachfolgenden Spezifikationen widerspiegelte.Zunächst wurde das seit der Markteinführung 1954 verwendete „Spaghetti-Logo“ Ende 1964 endgültig abgelöst und durch das „Transition-Logo“ mit goldener Schrift und schwarzem Rand ersetzt; auch das gemeinhin als „Green Guard“ bezeichnete Schlagbrett wurde von Zelluloid auf Hart-PVC umgestellt, was das Erscheinungsbild stark beeinflusste. Ab 1968 kam das noch größere „CBS-Logo (Modern-Logo)“ mit schwarzer Schrift und goldenem Rand zum Einsatz.
FENDER 1966 STRATOCASTER
Die Rückseite des Korpus weist zwar noch deutliche Rottöne auf, doch die Rottöne auf der Decke sind fast vollständig verblasst, sodass ein stark gelblich anmutender Zweifarbton entstanden ist. Der Buchstabe „S“ auf dem vorderen Tonabnehmer scheint eine Angabe zur Lackierung zu sein. Da seit 1963 keine Korpus-Datumsangaben mehr zu finden sind, ist auch bei diesem Exemplar kein Datum vermerkt.
Die Rille für das Kabel am hinteren Tonabnehmer ist nach wie vor rund und relativ lang, verläuft jedoch nicht gerade, sondern ist in Richtung des mittleren Tonabnehmers gebogen.
Auch im Jack-Hohlraum ist noch etwas Rötung zu sehen. Es wurden keine Nachbearbeitungen nach dem Lackieren vorgenommen, und die Kanten wurden nicht abgeschliffen. Die Lochlöcher für die Befestigungsstifte sind ab etwa 1965 nicht mehr zu sehen.
Ab 1963 wurde der Halsstift vor dem Lackieren in die Halsaussparung eingesetzt, sodass nur die Hälfte davon lackiert wurde. Die braune Unterlegscheibe in der Aussparung ist ein originaler Fender-Abstandhalter.
Die Tiefe der Rückenkontur ist zwar vorhanden, die Länge von links nach rechts ist jedoch kürzer. Die Kontur an der Oberseite ist deutlich flacher, was im Vergleich zu einem Modell aus dem Jahr 1963 deutlich zu erkennen ist.
Ein Tonabnehmer mit einer Spule, die oben und unten mit schwarzem Faserpapier umwickelt ist, allgemein bekannt als „Black Bobbin“. Normalerweise wechselte die Farbe des Faserpapiers unter der Spule ab der zweiten Hälfte des Jahres 1964 zu Grau, doch dieses Exemplar wurde noch mit der schwarzen Spule bestückt, was eine seltene Spezifikation ist, die zwischen 1966 und 1967 zu finden war.Auch wenn es sich um denselben „Black Bobin“ handelt, lässt er sich anhand des Gleichstromwiderstands und der Spulendrähte von den Modellen vor 1964 unterscheiden.
◎Zur Information
(F)5,77 kΩ (M)5,51 kΩ (R)5,59 kΩ
*Vor 1964 (die Werte stammen aus dem Jahr 1963)
(F)6,11 kΩ (M)5,84 kΩ (R)6,23 kΩ
Grundsätzlich ist die Seriennummer ein wichtiger Anhaltspunkt zur Bestimmung des Herstellungsjahres, doch aufgrund von Abweichungen durch Änderungen im Produktionssystem – einschließlich des Herstellungsprozesses – sowie aufgrund von Exemplaren, bei denen die Seriennummer und das Herstellungsdatum aus irgendeinem Grund extrem weit auseinanderliegen, stimmen diese Angaben nicht unbedingt überein. Da der Austausch von Teilen zudem relativ einfach möglich ist, ist für die Bestimmung des tatsächlichen Baujahres eine umfassende Beurteilung unter Einbeziehung aller Teile erforderlich.
Der Potentiometer ist ein Rundnut-Typ von „Stackpole“. Da die Potentiometer-Datumsangabe „304-6608“ lautet, lässt sich dies als die 8. Woche des Jahres 1966 identifizieren.
(※Nur der Potentiometer für den Front-Ton hat die Nummer „304-6610“, was auf die 10. Woche des Jahres 1966 hindeutet)
Der Kondensator ist ein orangefarbener Keramikkondensator, der zur Isolierung mit einem gelben Schlauch umwickelt ist.Der Schalter ist ein originaler 3-Wege-Schalter von „CRL“, wobei die Form der Platine von der trapezförmigen (reisballenartigen) Form der 1950er Jahre zu einer runden Platine gewechselt hat. Normalerweise werden weiße und schwarze Anschlussdrähte verwendet, aber in seltenen Fällen wurden offenbar auch Anschlussdrähte in den auf dem Foto gezeigten Farben verwendet.
Ab etwa 1965 wurde das Material des Schlagbretts von Zelluloid auf formbeständiges Hart-PVC umgestellt.
Das Halsdatum lautet zwar 1965, es handelt sich jedoch um eine seltene Ausführung mit Ahornkappe. Da Ahorn-Einlagen eigentlich erst ab 1967 als Option erhältlich waren, ist die Möglichkeit eines Prototyps denkbar. „2“ ist die Codenummer der Stratocaster, „JUN (JUNE)“ und „65“ stehen für den Herstellungsmonat und das Herstellungsjahr, in diesem Fall also Juni 1965.Das abschließende „B“ steht für die Größe (Dicke) des Halses.
Durchschnittlicher ovaler Halsprofil. Auf der Rückseite der Kopfplatte sind feine Wetterrisse zu sehen, doch der Griff selbst ist bis auf einige kleine Schrammen in einem guten Zustand.
◎Zur Information
<Halsmaße>
Sattelbreite: 42 mm, 12. Bund: 52 mm
Halsstärke: ca. 22 mm (am 1. Bund), ca. 26 mm (am 12. Bund)
Die Mechaniken sind abgedeckte Modelle von „Kluson“. Es handelt sich um zweireihige Kluson-Mechaniken (Double Line) mit der seit 1964 verwendeten „KLUSON DELUXE“-Gravur in zwei Reihen.
Ab der zweiten Hälfte des Jahres 1964 wurde das „Spaghetti-Logo“ durch das „Transition-Logo“ ersetzt. Man könnte meinen, es handele sich um eine 1965er-Ausführung mit kleinem Kopf... doch die Patentnummer verrät etwas anderes. Da die Nummer „169.062 *siehe unten*“ vorhanden ist, die eigentlich erst ab 1966, als auf den großen Kopf umgestellt wurde, hinzugefügt werden sollte, ist anzunehmen, dass es eine zeitliche Verzögerung zwischen der Fertigstellung des Halses und dem Aufbringen der Aufkleber gab.
Die aus Metall gefertigten Abstandshalter der Saitenführung wurden etwa ab 1964 durch solche aus Nylon ersetzt.
Die Form vom Griffbrett bis zum Kopfplatte verläuft in einem großen, sanften Bogen.
◎Zur Information
1. Saite: ca. 15 mm, 6. Saite: ca. 15–15 mm
Ein Tremolo-Block vom separaten Typ, bei dem die „Brücke“ und der als Saitenhalter fungierende „Inertia-Block“ zu einer Einheit zusammengefasst sind.Der Name dieses „Synchronized Tremolo“, mit dem diese neuartige Idee verwirklicht wurde, leitet sich davon ab, dass sich die integrierte Stegplatte und der Inertia-Block beim Arming synchron bewegen. Ab etwa 1957 wurden auch Modelle mit tieferen Rillen für die Gravur „FENDER PAT.PEND.“ auf den Saitenreitern verwendet, doch es scheint nicht wenige Exemplare zu geben, bei denen beide Varianten verwechselt werden.
Nach dem Verkauf an CBS im Jahr 1965 wurde auf der Halsplatte ein großes „F“ eingraviert. Die Seriennummer ist oben auf der Platte eingraviert.
