FENDER 1959 STRATOCASTER

 Im Jahr 1958 wurde das brasilianische Palisander-Griffbrett erstmals bei der „Jazzmaster“ eingeführt; ab 1959 wurde es zur Standardausstattung auch bei der Stratocaster und anderen Modellen – ein Jahr, das eine große Veränderung mit sich brachte. Bis Mitte 1962 war die Klebefläche zwischen Hals und Griffbrett flach („Slab-Board“), danach wurde sie durch eine gewölbte Klebefläche („Round-Board“) ersetzt, was sich auch stark auf den Klang auswirkte.
Die frühen Modelle mit Slab-Board zeichnen sich durch ein dickes Griffbrett und einen satten Klang aus.

 Ab Mitte 1959 wurde das Schlagbrett von einem weißen, einlagigen Modell mit 8 Befestigungspunkten auf ein dreilagiges Modell mit 11 Befestigungspunkten umgestellt. Durch diese Änderung ragten die Schraubenlöcher der Reglerkammer etwas hervor, wodurch der Reglerbereich etwas schmaler wurde als zuvor. Dies wurde zur Grundform der 1960er Jahre.

 Die Rille für das Kabel des hinteren Tonabnehmers weist zwar individuelle Unterschiede auf, wurde aber ab etwa 1957 freihändig mit abgerundetem Boden und gleichmäßiger Tiefe gefräst.

 Es wird eine Buchse von „SwitchCraft“ verwendet. Die Kanten des Hohlraums werden nach dem Lackieren abgeschliffen, doch je nach Exemplar gibt es Unterschiede in der Verarbeitung. An den abgeschliffenen Kanten sind etwas zu erkennen, das wie Löcher für Befestigungsstifte aussieht, doch dies konnte nicht eindeutig bestätigt werden.

 Die Datierung des Korpus ist in der Federaussparung auf der Rückseite vermerkt und lässt sich als 1959 bestätigen.

 Ab 1957 wurden die Konturen tendenziell flacher und kürzer. Die hinteren Konturen sind bereits auf der linken und rechten Seite kürzer. Da es sich um feine Änderungen handelt, gibt es je nach Baujahr kleine Unterschiede.

 Der Halsausschnitt ist vollständig lackiert. Da der Lackabtrag an der Verbindungsstelle bei Korpus und Hals übereinstimmt, handelt es sich zweifellos um das Original-Set. Ab etwa 1962 wurde der Halsausschnitt erst nach Anbringen eines Aufhängers lackiert, sodass nur die Hälfte der Fläche lackiert wurde.

 Original-Tonabnehmer mit schwarzem Faserpapier oberhalb und unterhalb der Spule. Auch hier ist der Zustand erhalten geblieben, in dem nicht einmal das Klebeband zur Bündelung der Kabel verändert wurde. Für den Magneten des Tonabnehmers wurde ein zylinderförmiger Alnico-Typ V verwendet, für die Spule „AWG (American Wire Gauge) #42“. Die Polstücke sind vom „Staggered“-Typ, bei dem die Höhe für jede Saite unterschiedlich ist, um die Lautstärkebalance zu gewährleisten; diese Bauweise wurde bis Mitte der 70er Jahre verwendet.
*Alnico Typ V: Eine Legierung aus ca. 50 % Eisen sowie Aluminium (Al), Nickel (Ni) und Kobalt (Co). Der Name „Alnico“ setzt sich übrigens einfach aus den chemischen Symbolen dieser Elemente zusammen.
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(F) 6,07 kΩ (M) 6,10 kΩ (R) 5,85 kΩ

 Grundsätzlich ist die Seriennummer ein wichtiger Anhaltspunkt zur Bestimmung des Herstellungsjahres, doch aufgrund von Abweichungen durch Änderungen im Fertigungsprozess sowie der Tatsache, dass es aus verschiedenen Gründen Exemplare gibt, bei denen die Seriennummer und das Herstellungsdatum extrem weit auseinanderliegen, stimmen diese Angaben nicht immer überein. Da der Austausch von Bauteilen zudem relativ einfach ist, muss zur genauen Bestimmung des Baujahres eine umfassende Beurteilung unter Einbeziehung aller Bauteile vorgenommen werden.

 Der Potentiometer ist ein Rundnut-Typ von „Stackpole“, der etwa ab 1957 verwendet wurde.Die Potentiometer-Datumsangabe lautet „304-5948“, woraus sich die 48. Woche des Jahres 1959 ableiten lässt. Als Kondensator wird seit etwa 1958 ein nicht vergossener 0,1-μF-150-VDC-Kondensator von „Cornel Dubilier“ verwendet. Der Schalter ist ebenfalls ein originaler 3-Positionen-Schalter von „CRL“, dessen Leiterplatte sich durch eine trapezförmige (onigiri-artige) Form auszeichnet.

 Ab Mitte 1959 wurde das Material von einlagigem Vinylchlorid auf dreilagiges Zelluloid in den Farben Weiß/Schwarz/Weiß umgestellt.Da sich das Zelluloid im Laufe der Zeit gelb verfärbt und sich mit dem dunkelblauen Mittelteil (das zwar schwarz aussieht, aber tatsächlich marineblau ist) vermischt, wirkt die Farbe grünlich, weshalb es im Volksmund als „Green Guard“ bezeichnet wird. Gleichzeitig mit der Umstellung auf die dreilagige Ausführung wurde die Aluminium-Abschirmplatte auf der Rückseite, die zuvor nur den Reglerbereich abdeckte, so gestaltet, dass sie nun das gesamte Instrument umschließt.

 Nach dem Vorbild der Jazzmaster wurde ab Mitte 1959 ein Palisandergriffbrett eingeführt. Zu Beginn handelte es sich um eine flache Slab-Verleimung, ab Mitte 1962 wurde auf eine gewölbte Round-Verleimung umgestellt. Leider lässt sich das Halsdatum nicht mehr feststellen...

 Nach dem V-Hals (dreieckiger Hals) bis 1957 wurde ab 1958 auf einen dünneren, flachen Griff umgestellt. Diese dünne Halsform ist auch ein Merkmal der frühen 1960er Jahre. Mit der Einführung des Palisander-Griffbretts als Standardausstattung im Jahr 1959 verschwanden die Walnuss-Streifen, die zuvor bei den einteiligen Ahornhälsen zu sehen waren.
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Sattelbreite: 42 mm, 12. Bund: 51 mm
Halsstärke: ca. 21 mm (am 1. Bund), ca. 25 mm (am 12. Bund)

 Die Mechaniken sind vom Typ „Kluson“ mit Abdeckung. Es handelt sich um „Kluson Deluxe“ mit der Gravur „KLUSON DELUXE“ (einreihig), die bis etwa 1963 verwendet wurden.

 Das sogenannte „Spaghetti-Logo“ ist goldfarben mit schwarzem Rand. Die Kopfplatte wirkt kantig, da sie kaum abgeschrägt ist. Bis 1960 gab es noch keine Patentnummer; unten steht lediglich „WITH SYNCHRONIZED TREMOLO“.

 Ab der zweiten Hälfte des Jahres 1959 wurde unterhalb der Saitenführung ein Abstandhalter hinzugefügt. Dadurch wurde die Belastung der Saiten verringert, was letztlich zu einer geringeren Saitenspannung führte. Das ist zwar nur ein kleines Detail, aber überraschend wichtig.

 Durch die Einführung von Palisanderholz ist zu erkennen, dass sich die Form vom Griffbrett bis zur Kopfplatte verändert hat. Bei der Ahorn-Ausführung weist sie einen steilen, wie eine Stufe abgesenkten Radius auf, während die Palisander-Ausführung einen großen, sanften Radius aufweist.
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1. Saite: 14 mm, 6. Saite: 14 mm

 Von etwa 1959 bis 1963 wurden matte Positionsmarkierungen verwendet, die als „Clay Dots“ bezeichnet werden. Außerdem wurde Mitte 1963 der Abstand zwischen den beiden Punktmarkierungen am 12. Bund verringert, und auch die Seitenmarkierungen wurden entsprechend angepasst.

 Die Bünde wurden ursprünglich von oben eingepresst, doch ab dieser Zeit wurden sie von der 6. Saite zur 1. Saite hin auf das Griffbrett geschoben und dort eingesetzt.

 Ein Tremolo-Block vom getrennten Typ, bei dem die „Brücke“ und der als Saitenhalter fungierende „Inertia-Block“ miteinander verbunden sind.Der Name dieses „Synchronized Tremolo“, mit dem diese neuartige Idee umgesetzt wurde, leitet sich davon ab, dass sich die integrierte Stegplatte und der Inertia-Block beim Arming synchron bewegen. Ab etwa 1957 wurden auch Saitenreiter mit tieferen „FENDER PAT.PEND.“-Eingravierungen verwendet, doch es scheint nicht wenige Exemplare zu geben, bei denen beide Varianten vermischt sind.

 Ab etwa 1958 wurden die Schrauben für das Schlagbrett (die oberen 11) und die Buchsen (die unteren 2) von Holzschrauben auf Gewindeschrauben mit Gewinde bis zur Oberseite umgestellt. Die Schrauben für den Halsansatz und die Federhalterung blieben weiterhin Holzschrauben. Die Seriennummer ist oben auf der Halsplatte eingraviert.