Ein seltenes Modell aus dem Jahr 1961 mit blondem Eschenholz und Slab-Board!! Ab Mitte 1959 wurde das Palisandergriffbrett, das erstmals bei der im Vorjahr (1958) vorgestellten „Jazzmaster“ zum Einsatz kam, zur Standardausstattung. Charakteristisch für diese Zeit ist das „Slab-Board“, bei dem Hals und Griffbrett flächig miteinander verleimt sind.Als Korpusmaterial wird zwar seit Mitte 1956 Erle verwendet, doch speziell für die blonde Lackierung, bei der die Maserung durchscheint, wird weiterhin Esche verwendet. Die blonde Ausführung aus den 1960er Jahren ist ein seltenes Exemplar mit geringer Produktionsauflage.
FENDER 1961 STRATOCASTER
Der typische Kontrollraum der 1960er Jahre. Ab Mitte 1959 wurde das Schlagbrett von einem weißen, einlagigen Modell mit 8 Befestigungspunkten auf ein dreilagiges Modell mit 11 Befestigungspunkten umgestellt. Durch diese Änderung ragten die Schraubenlöcher des Schlagbretts etwas hervor, wodurch der Kontrollraum etwas schmaler wurde.
Die Rillen für die Kabel des hinteren Tonabnehmers weisen zwar individuelle Unterschiede auf, wurden aber ab etwa 1957 – wenn auch freihändig – mit abgerundetem Boden und gleichmäßiger Tiefe gefräst.
Es wird eine Buchse von „SwitchCraft“ verwendet. Die Kanten des Hohlraums werden nach dem Lackieren abgeschliffen, doch scheint es je nach Exemplar Unterschiede in der Verarbeitung zu geben. Die Lochmarkierungen der Befestigungsstifte sind deutlich zu erkennen.
Die Datierung auf dem Federfach auf der Rückseite des Korpus lässt sich als September 1961 bestätigen.
Bis zum Jahr 1965 wurde die Fläche der Konturbearbeitung verkleinert, und es gab weitere Veränderungen wie eine extrem starke Neigung, sodass die Form je nach Baujahr geringfügige Unterschiede aufweist.
Der Halsausschnitt ist vollständig lackiert. Da der Lack an der Halsverbindung abgeblättert ist und die Datierung an Hals und Korpus ebenfalls mit „9/61“ übereinstimmt, kann bestätigt werden, dass es sich um ein Original-Set handelt. Ab etwa 1962 wurde der Halsausschnitt vor dem Lackieren mit einem Aufhänger versehen, sodass nur noch die Hälfte der Fläche lackiert wurde.
Die sogenannte „Black Bobbin“ (schwarze Spule), bei der oben und unten schwarzes Faserpapier verwendet wurde. Ab 1964 wurde das schwarze Faserpapier durch graues Faserpapier ersetzt, das gemeinhin als „Grey Bobbin“ (graue Spule) bezeichnet wird. Ein Original-Tonabnehmer, bei dem das Klebeband zur Bündelung der Kabel unverändert erhalten geblieben ist.Für den Magneten des Tonabnehmers wird ein zylinderförmiger Alnico Typ V verwendet, für die Spule „AWG (American Wire Gauge) #42“. Die Polstücke sind vom „Staggered“-Typ, bei dem die Höhe je nach Saite variiert, um die Lautstärkebalance zu gewährleisten; diese Bauweise wurde bis Mitte der 70er Jahre beibehalten.
*Alnico Typ V: Eine Legierung aus ca. 50 % Eisen sowie Aluminium (Al), Nickel (Ni) und Kobalt (Co). Der Name „Alnico“ setzt sich übrigens einfach aus den chemischen Symbolen dieser Elemente zusammen.
◎Zur Information
(F) 6,03 kΩ (M) 5,98 kΩ (R) 5,82 kΩ
Grundsätzlich ist die Seriennummer ein wichtiger Anhaltspunkt zur Bestimmung des Herstellungsjahres, doch aufgrund von Abweichungen durch Änderungen im Fertigungssystem – einschließlich des Herstellungsprozesses – sowie aufgrund von Exemplaren, bei denen die Seriennummer und das Herstellungsdatum aus irgendeinem Grund extrem weit auseinanderliegen, stimmen diese Angaben nicht unbedingt überein. Da der Austausch von Bauteilen zudem relativ einfach möglich ist, ist für die Bestimmung des tatsächlichen Baujahres eine umfassende Beurteilung unter Einbeziehung aller Bauteile erforderlich.
Bei den Potentiometern handelt es sich um den ab etwa 1957 verwendeten Typ mit runden Rillen von „Stackpole“. Die Potentiometer-Datumsangabe lautet „304-6134“, was auf die 34. Woche des Jahres 1961 hindeutet. Bei den Kondensatoren wurde ab diesem Jahr auf orangefarbene Keramikkondensatoren umgestellt. Charakteristisch sind die gelben Isolierröhrchen.Der Wahlschalter wurde leider durch einen 5-Positionen-Schalter von CRL ersetzt, was jedoch als minimale Änderung angesehen werden kann, bei der die Benutzerfreundlichkeit, beispielsweise bei der Halbton-Einstellung, im Vordergrund stand.
Ab Mitte 1959 wurde das Material von einlagigem Vinylchlorid auf dreilagiges Zelluloid in den Farben Weiß/Schwarz/Weiß umgestellt.Da sich das Zelluloid im Laufe der Zeit gelb verfärbt und sich mit dem dunkelblauen Mittelteil (das zwar schwarz aussieht, aber tatsächlich dunkelblau ist) vermischt, wirkt die Farbe grünlich, weshalb es im Volksmund „Green Guard“ genannt wird. Gleichzeitig mit der Umstellung auf die dreilagige Ausführung wurde die Aluminium-Abschirmplatte auf der Rückseite, die zuvor nur den Reglerbereich abdeckte, so gestaltet, dass sie nun das gesamte Instrument umhüllt.
Wie beim Korpus lässt sich eine Datierung auf September 1961 feststellen. Das Palisandergriffbrett wurde ab Mitte 1959 verwendet. Zu Beginn handelte es sich um ein flach verleimtes, gemeinhin als „Slab-Board“ bezeichnetes Modell, ab Mitte 1962 wurde es zu einem auf eine gewölbte Fläche verleimten, gemeinhin als „Round-Board“ bezeichneten Modell. Da das Slab-Board aus dickerem Palisander besteht, gibt es Unterschiede in der Klangfülle und dem Anschlag, was zu unterschiedlichen Vorlieben führt.
Nach dem V-Hals (dreieckiger Hals) bis 1957 wurde ab 1958 auf einen dünneren, flachen Griff umgestellt. Die dünnere Halsform war bis in die frühen 1960er Jahre charakteristisch, danach wurde die Form jedoch allmählich dicker. Mit der Einführung des Palisander-Griffbretts als Standardausstattung im Jahr 1959 verschwanden die Walnuss-Streifen, die zuvor bei den einteiligen Ahornhälsen zu finden waren.
◎Zur Information
Sattelbreite: 43 mm, 12. Bund: 52 mm
Halsstärke: 22 mm (am 1. Bund), 26 mm (am 12. Bund)
Die Mechaniken sind vom Typ „Kluson“ mit Abdeckung. Es handelt sich um „Kluson Deluxe“ mit der Gravur „KLUSON DELUXE“ (einreihig), die bis etwa 1963 verwendet wurden.
Das sogenannte „Spaghetti-Logo“ ist goldfarben mit schwarzem Rand. Die Kopfplatte wirkt kantig, da sie kaum abgeschrägt ist. Bis 1960 gab es noch keine Patentnummer; unten steht lediglich „WITH SYNCHRONIZED TREMOLO“.
Ab der zweiten Hälfte des Jahres 1959 wurde unterhalb der Saitenführung ein Abstandhalter hinzugefügt. Dadurch wird die Belastung der Saiten verringert, was letztlich zu einer geringeren Saitenspannung führt – ein zwar kleines, aber überraschend wichtiges Detail. Ab etwa 1964 wurde auf einen Abstandhalter aus Nylon umgestellt.
Die von 1959 bis 1964 verwendeten Positionsmarkierungen, die als „Clay Dots“ bezeichnet werden. Bis 1963 war der Punktmarker am 12. Bund etwa in der Mitte zwischen der 5. und 2. Saite positioniert – ein charakteristisches Merkmal, anhand dessen sich das Baujahr unterscheiden lässt. Ab 1963 wurde der Abstand zwischen den beiden Markierungen verringert, und 1965 wurde das Material auf perlmuttartiges Zelluloid umgestellt.
Ein Tremolo-Block vom geteilten Typ, bei dem die „Brücke“ und der als Saitenhalter fungierende „Inertia-Block“ miteinander verbunden sind.
Der Name dieses „Synchronized Tremolo“, mit dem eine bahnbrechende Idee verwirklicht wurde, leitet sich davon ab, dass sich die integrierte Stegplatte und der Inertia-Block beim Arming synchron bewegen. Die Madenschrauben am Sattel wurden, vermutlich aufgrund von Rost oder Verschleiß, bereits ausgetauscht.
Die auf der Oberseite der Verbindungsplatte eingravierte Seriennummer ist ein grundlegendes Element zur Datierung. Ab etwa 1962 wurden die Schrauben am Halsansatz und am Tremolo-Federaufhänger von Holzschrauben auf Gewindeschrauben umgestellt; da bei diesem Instrument jedoch bereits Gewindeschrauben verwendet wurden, lässt sich vermuten, dass es sich um ein Instrument aus der Übergangsphase handelt.
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